Beratung

Epilepsie – Was nun?

Die Diagnose Epilepsie trifft viele Menschen völlig unerwartet wie ein Blitz ohne Vorwarnung. Bei den Betroffenen und ihrem Umfeld entsteht oft ein Gefühl des Ausgeliefertseins, und hunderte Fragen schießen ihnen durch den Kopf. Neben der medizinischen Behandlung treten vor allem soziale und rechtliche Fragen auf, die zusätzliche Ängste und Unsicherheiten auslösen.

Wir sind für Sie da!

In unserer steirischen Beratungsstelle unterstützen wir Menschen mit Epilepsie und ihr Umfeld. Ergänzend zur medizinischen Versorgung bieten wir eine individuelle und professionelle Beratung und Begleitung durch Epilepsie-Expert:innen an. In Einzelgesprächen besprechen wir mit den Betroffenen und ihren Angehörigen Fragen zu Diagnose, Therapie und den Auswirkungen der Erkrankung auf verschiedene Lebensbereiche. Gemeinsam erarbeiten wir Zukunftsperspektiven und individuelle Lösungen für epilepsiebedingte Herausforderungen im Alltag.

Alle Beratungsgespräche sind selbstverständlich kostenlos und werden vertraulich sowie auf Wunsch auch anonym durchgeführt.

Wer kann sich an uns wenden?

Jede:r! Egal, ob Sie direkt oder indirekt von Epilepsie betroffen sind:

  • Menschen mit Epilepsie
  • Angehörige (Familie, Freund:innen, Kolleg:innen, etc.)
  • Pädagog:innen
  • alle Interessierten

Zu welchen Themen bieten wir Beratung an?

  • Diagnose & Therapie
  • Behandlungsmöglichkeiten
  • Aufklärungsworkshops in Kinderbetreuungseinrichtungen
  • Ausbildung und Beruf
  • Technische Hilfsmittel
  • Erste Hilfe & Notfallmedikation
  • Familie & Partnerschaft
  • Freizeit & Sport
  • Soziale, rechtliche & finanzielle Angelegenheiten (z. B. Führerschein, erhöhte Familienbeihilfe, Förderungen, Behindertenpass, etc.)

Viele Fragen entstehen häufig erst im Alltag und nach ärztlichen Terminen. Wir haben ein offenes Ohr für alle Ihre Anliegen. In unserer Beratung legen wir besonderen Fokus auf die seelische Gesundheit, da die Erkrankung weitreichende psychosoziale Auswirkungen auf die Betroffenen und ihr Umfeld haben kann.

Stigmatisierung, Gefühle wie Kontrollverlust, Ohnmacht und Ausgrenzung, Angst vor Anfällen sowie depressive Verstimmungen und soziale Isolation zählen zu den psychischen Herausforderungen und Belastungen. Außerdem hat laut aktueller Studienlage psychischer Stress einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Epilepsie.

Im Zuge der Beratung konzentrieren wir uns daher auf die Stärkung von Ressourcen und erarbeiten gemeinsam Bewältigungsstrategien und Lösungsansätze für Herausforderungen im Alltag. Dies kann nachweislich das Anfallsrisiko senken und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen.

Workshops & Aufklärungen in Kinderbetreuungseinrichtungen

Workshops & Aufklärungen in Kinderbetreuungs- einrichtungen

Unser Angebot für Kinderbildungs- und
-betreuungseinrichtungen: Gemeinsam stark bei Epilepsie

Epilepsie betrifft nicht nur die betroffene Person selbst, sondern das gesamte soziale Umfeld. Die EiZ-Epilepsie-Beratung unterstützt betroffene Kinder und Jugendliche mit Epilepsie sowie deren Familien, Pädagog:innen und Betreuungseinrichtungen umfassend und kostenlos.

Unser Ziel: Inklusion statt Ausgrenzung. Wir fördern Verständnis, verhindern Mobbing und stärken das Miteinander in Kinderkrippe, Kindergarten, Schule und Hort. Deshalb bieten wir ein speziell auf den Bildungsbereich abgestimmtes kostenloses Unterstützungsangebot an:

Durch Aufklärung und Zusammenarbeit lassen sich Missverständnisse und Ausgrenzung vermeiden. Dies soll es Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie ermöglichen, sicher, angstfrei und selbstbestimmt zu lernen.

1. Begleitung und Unterstützung betroffener Familien

Wir stehen Familien beratend und stärkend zur Seite! Wir unterstützen sie bei der Krankheitsbewältigung, führen eine Anfallserhebung durch und beantworten ihre Fragen zu Diagnose, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Alltag und technischen Hilfsmitteln.

2. Individuelle Schulungen für Pädagog:innen

Wenn ein Kind betroffen ist, sensibilisieren wir in praxisnahen Schulungen (Dauer: ca. 2 Stunden) pädagogisches Personal und Schulassistent:innen für das Krankheitsbild und den Umgang mit der Erkrankung im (Schul-)Alltag. Die Themen reichen von Daten und Fakten zur Erkrankung, Anfallsformen, Umgang mit epileptischen Anfällen bis hin zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und Verabreichung eines Notfallmedikaments. Die Inhalte stimmen wir individuell auf das jeweilige Kind und seine Bedürfnisse ab.

3. Altersgerechte Aufklärung für Kinder und Jugendliche

In unseren altersgerechten Workshops sensibilisieren wir Kinder und Jugendliche für das Thema Epilepsie. Ziel ist es, sich auf spielerische Weise dem Thema zu nähern, Fragen zu klären und einen Handlungsplan für etwaige Anfälle zu entwickeln. So werden Ängste und Vorurteile abgebaut und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

4. Der „Runde Tisch“ – Gemeinsam Lösungen finden

Wir moderieren Gespräche zwischen Eltern und Pädagog:innen, um gemeinsam Vereinbarungen für den (Schul-)Alltag zu erarbeiten, beispielsweise für den Sportunterricht, den Praxisunterricht, Ausflüge oder die Notfallmedikation.

Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit

Mythen und Klischees prägen das Bild von Epilepsie und behindern die Inklusion Betroffener. Daher sind Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Durch zielgerichtete Informationsweitergabe werden Vorurteile abgebaut und Fehlinformationen über Epilepsie beseitigt.

Um auf die Erkrankung aufmerksam zu machen, führen wir regelmäßig Aktionstage in verschiedenen Settings durch, beispielsweise am Grazer Hauptplatz, in Einkaufszentren, in Kooperation mit Netzwerkpartner:innen oder auf einem Flohmarkt. Darüber hinaus sind unsere Infostände auf diversen Messen und Veranstaltungen zu finden.

Da uns Netzwerken sehr wichtig ist, sind wir im Austausch mit:

  • sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen
  • medizinischen Einrichtungen (Epilepsieambulanzen, Krankenhäuser) & Ärzt:innen
  • Kinder-Bildungs- & Betreuungseinrichtungen
  • Selbsthilfegruppen
  • Ämtern & Behörden
  • Universitäten & Fachhochschulen

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, wenn auch Sie an einem Austausch mit uns interessiert sind.

Wissen schafft Verständnis – und Verständnis schafft Gemeinschaft.

Kontaktieren Sie uns – wir sind gerne für Sie da.

kontakt

DSAin Regina Hußauf

Projektleiterin | Beraterin

Telefon

0664 60 177 4107

Tanja Doritsch

Epilepsiefachberaterin

Telefon

0664 60 177 4110

MMag.a Isabella Lingán Cubas

Beraterin

Telefon

0664 60 177 4108

Anja Krottmaier, BA

Beraterin

Telefon

0664 60 177 4109

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